wie www.bazonbrock.de die erfindung der #unterscheidung erklärt: "das weiss doch jedes kind..."

grossväterchen www.bazonbrock.de erzählt nicht nur ab und an vom kommenden krieg... unser onkel erklärt ja auch immer wieder (anders) nichts weniger als die welt. in http://dfdu.posterous.com/gott-ist-tot-die-demokratie-die-politik-die-o zum beispiel, wie die menschen dazu kamen, zu unterscheiden... selbstverständlich hat alles mit dem grossen spalt angefangen... wie kann es auch anders sein ;-)

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holz vor der hütte haben / holz spalten / unterscheidungen machen / video zum letzten bild: http://bkd.posterous.com/wasser-auf-die-muhlen-von-disentis-bkd

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Comments (22)

May 13, 2011
Latent.de said...
Im Ganzen scheint mir des Onkelchens Suada immer nur eine elaborierte Aneinanderreihung von just-so stories zu sein.
Damit beeindruckt er natürlich nur Künstler-Intellektuelle, die ihm mit offenem Mund zuhören. Wissenschaftler heben mild lächelnd eine Augenbraue.
May 13, 2011
/sms ;-) said...
typischerweise überschätzen professionell wissen schaffende ihre tatsächlichen möglichkeiten. auch wissenschaft produziert zuerst einmal komplexitätsreduktion. oder um gleich nochmal onkel bazon zu zitieren: "kunst anbeten ist schwachsinn." wissenschaft anbeten wohl auch. oder: link oben nutzen zu: "wer bazon brock zuhört hat nichts verstanden." oder: beten (ora) als zweifel, zögern und nicht-handeln interpretieren... etc ;-)
May 13, 2011
Latent.de said...
Klar, Komplexität reduzieren wir alle. Der Quantenphysiker, der Fotograf, der Verschwörungstheoretiker und der Märchenonkel. Aber das (soziologisch) Spannende ist ja: Wer findet was/wen interessant? Welche impliziten Regeln weden befolgt, welche nicht bzgl. dessen, was Geltung hat und was nicht? Man achte auf des Onkels, von ihm immer stark betonte Verbindungs-Worte: "aaalso" ... "daaarum": Ohne Kausaliät und als zwangsläufig behauptete Schlussfolgerungen kommt er auch nicht aus. Aber in anderen sozialen Milieus würden er mit denen nicht punkten können [und nicht angebetet werden :-D ]
Also: Er wäre ein spannender Untersuchungsgegenstand für den den philosophischen Logiker und den Soziologen.
May 13, 2011
Sebastian said...
Alleine die Tatsache, dass Wissenschaftler es für nötig erachten, auf die Unterscheidung von Kunst und Wissenschaft noch einmal explizit hinzuweisen, spricht Bände. DAS ist doch ein spannendes Untersuchungsfeld im Gegensatz zur Frage, wer die Unterscheidung gepachtet habe…
May 13, 2011
Sebastian said...
Post scriptum und vor allem Distinktionsgewinnrechnungen: schon die Tatsache, dass SMSs geschickt drapierter Unterscheidungs-Ködertweet funktioniert ist ein spannender empirischer Fund.
May 13, 2011
Latent.de said...
@Sebastian: Und die Bände wären?
Geht doch nicht darum, Unterscheidungen zu pachten. Geht darum, was einen interessiert.

Post scriptum: Post factum etwas als geschickten Köder zu bezeichnen, geht ja immer.

May 13, 2011
/sms ;-) said...
@sebastian: in "gaunerprüfung für medienkompeenz" würde onkel bazon hin- und herleiten: "ohne kunst, keine wissenschaft" http://netzspannung.org/cat/servlet/CatServlet?cmd=netzkollektor&subCommand=s... will sagen: für ihn wäre vielleicht kunst:wissenschaft weniger eine unterscheidung, als vielmehr ein aggregatszustand. odr so

@latent.de: danke. ja. sogar verfaulte würmer sind gewissen fische köstlichste köder. so what?

#tzk auf ein subtraktionistisches verkündungsmedium zu reduzieren: also: auf diese velwechsrung will ich gar nimmer eingehen ;-)))

May 13, 2011
Sebastian said...
@latent.de: Prinzipiell stimme ich Dir natürlich zu. Wenn da nicht die kleine Paradoxie des geleugneten Interesses wäre, die immer dann beobachtet werden kann, wenn einem Nicht-Interessierten sein Nicht-Interesse (immerhin) noch eine Mitteilung wert ist. So stellt man sich zwar auf die Seite mit Negationswert, bestätigt aber en passé die zugrundeliegende Unterscheidung. Nicht-Interesse ist ein hartes Brot (vielleicht nicht so sehr für 無爲-Freaks – aber das weiß ich nicht so genau).

@sms: Gewisse Verwandtschaftsbeziehungen sind nicht von der Hand zu weisen. Vielen Dank für Links und Köder, btw.

May 13, 2011
/sms ;-) said...
無爲? das gegenteil: tätigkeit, innovationitis, hyperaktivität, ist auch freaky ;-)
May 13, 2011
Latent.de said...
Wollte man unterschiedliche Vorstellungen über die Gültigkeit von Schlüssen in unterschiedlichen, sagen wir mal: Milieus aufzeigen, dann interessiert die Unterscheidung Kunst - Wissenschaft durchaus.
Ich hätte gar nicht vor Unterscheidungen zu leugnen. Solange man um deren Vorläufigkeit oder Kontingenz oder auch Kontextabhängigkeit weiß, ist ja alles in Ordnung.
May 13, 2011
Sebastian said...
@latent.de

Okay. Was wolltest Du ursprünglich mitteilen? Dass der Wissenschaftler „mild lächelnd eine Augenbraue“ hebt, weil der Künstler nicht im Medium der Wahrheit operiert? Sondern („nur“) so tut als ob? Auf die Gefahr hin, entweder alles anderes verstanden zu haben, als es möglicherweise gemeint gewesen sein könnte oder schlicht und einfach den Faden verloren zu haben: Fraglos interessiert die Unterscheidung von Wissenschaft und Kunst in vielerlei Hinsicht (das ist trivial und sie zu leugnen wäre entweder Quatsch oder Kunst, je nach Kontext und Zurechnung) – aber Letztere anhand der Kriterien Ersterer kritisieren zu wollen ist aussichtslos. Vertreter der Kunst können sich einen anderen Umgang mit Schlussregeln erlauben – einen künstlerischen eben. Ob das dann, streng genommen, überhaupt noch Schlüsse sind, ist eine andere Frage. Das klären dann, bei Bedarf, die philosophischen Logiker…

Aber jetzt noch einmal konkret und um den Faden wiederzufinden: Was genau interessierte Dich jetzt (im Sinne von „Geht doch nicht darum, Unterscheidungen zu pachten. Geht darum, was einen interessiert.“) genau? Dass Kunst und Wissenschaft andere Schlussregeln befolgen? Oder dass man mit dem (vorgeblichen) Befolgen wissenschaftlich-logischer Schlussregeln auch als Künstler für 'nen Wissenschaftler gehalten werden kann?

May 13, 2011
Latent.de said...
Na, als Herzenssoziologe interessiert mich, daß das, was in dem einen sozialen Zusammenhang Bewunderung hervorruft, in dem anderen belächelt werden würde. Und besonders spannend wäre es herauszufinden, warum das so ist.
Genau wie Du sagst: Künstler können sich einen anderen Umgang mit Schlußregeln erlauben. Aber spannend wäre: Welche gelten hier, die woanders nicht gelten würden? Könnte mir denken, daß z. B. Ähnlichkeit als Beweis für einen Zusammenhang genügen würde, der vom wissenschaftlichen Anspruch her aber ausgeschlossen wäre. Erinnere mich schwach, genau dieses Vorgehen bei B. B. gehört zu haben. Spannend bei B. B. ist auch, daß er - das war mein Eindruck - die Gültigkeit seiner Ausführungen mit einem wissenschaftlichem Nimbus vorträgt, tatsächlich aber hauptsächlich nur assoziiert. Und das würde eben, so meine Vermutung, vor einem anderen Publikum die Augenbrauen nach oben gehen lassen.
May 13, 2011
/sms ;-) said...
@latent als soziologe würdest du vielleicht "kühl" bleiben wollen. und nur beim ersten teil deiner ausführungen bleiben. bloss beobachten: " (...) Welche gelten hier, die woanders nicht gelten würden? (...)" und so tun, als wäre die entscheidung für eine beobachtung einer beobachtung - und nicht einer ganz anderen gänzlich anders - auch nichts anderes als das "augenbrauen heben" der herzenssoziologen...

will sagen: weiss nicht, wohin das führen mag...
will sagen: das hat der onkel mit seiner kunst:wissenschaft-definition doch ganz prächtig gelöst (äh!assoziiert):
http://netzspannung.org/cat/servlet/CatServlet?cmd=netzkollektor&subCommand=s...

"Kunst ist ein Begründungssystem für Aussagen, und zwar so, dass nicht »State of the Art«, kraft Approbation, Promotion, Delegation, also kraft beglaubigter Zugehörigkeit zur Fakultät, zur Expertenkommission, zur Kollegenschaft geurteilt wird; Kunst ist ein System der Begründung von Aussagen aus der Individualität der Aussagenurheber heraus."

und später "von der kunst zur wissenschaft":

"Wenn ein Nierenchirurg eine von den bisherigen Standards der Nierenchirurgie abweichende Vorgehensweise entwickelt, kann er ja nicht sich auf Legitimation durch Erfüllung der Standards berufen. Dann muss auch ein solcher »innovativer« Entwicklungsschritt der Nierenchirurgie zunächst vom Entwickler nach dem Beispiel der Künstler vertreten werden, wenigstens so lange, bis die Neuheit möglicherweise zum Standard in der Nierenchirurgie geworden ist."

WISSENSCHAFT ANBETEN VERBOTEN

May 13, 2011
Sebastian said...
„Na, als Herzenssoziologe interessiert mich, daß das, was in dem einen sozialen Zusammenhang Bewunderung hervorruft, in dem anderen belächelt werden würde. Und besonders spannend wäre es herauszufinden, warum das so ist.“

Systemdifferenzierung (also: Differenzierung von System/Umwelt-Differenzen).

„Aber spannend wäre: Welche gelten hier, die woanders nicht gelten würden? […] Spannend bei B. B. ist auch, daß er - das war mein Eindruck - die Gültigkeit seiner Ausführungen mit einem wissenschaftlichem Nimbus vorträgt, tatsächlich aber hauptsächlich nur assoziiert.“

Prinzipiell alle, die kommuniziert/plausibilisiert werden können. Ein „Nimbus“ verlangt keine Wahrheitswertfähigkeit. Das ist, nach wissenschaftlicher Maßgabe beobachtet, sicher nicht zufriedenstellend (daher wohl auch das „nur“ oder das milde Lächeln); aber de facto ja auch keine Wissenschaft (s.o., Systemdifferenzierung). Aber eben auch nur nach wissenschaftlicher Maßgabe… glücklicherweise gibt es mehr als die!

May 13, 2011
Latent.de said...
@sms: Ja da bleibe ich tatsächlich lieber der kühle Soziologe und halte mein heißes Herz lieber fern von der Frage, was Kunst sei. Aber ein bißchen Anbeten erlaube ich mir ;-)

@ Sebastian: Zum oberen: Ja, wenn man will – man's systemtheoretisch will, ok.

Zum unteren: Aber leiht er sich mit dem Nimbus nicht gerade etwas von der Aura des Wahrheitsanspruchs der Wissenschaft und profitiert davon? Aus einem anderen System geborgte Plausibilität?

Und: Was wäre die Mindestanforderung für eine Plausibilisierung in einem Kunst-Diskurs? Dass ein Kunstwerk von Aliens gemalt wurde, führte wahrscheinlich auch dort zum milden Lächeln. Empirisch sehr spannend, finde ich.

May 13, 2011
Sebastian said...
Oben: Klar! Die Erklärung funktioniert m.E. prächtig. Warum schlechtere suchen? ;-)

Unten: Ja und nein.
Es handelt sich, generell gesprochen, um eine Art „Simulation“ oder Mimesis zur Erhöhung der Wahrscheinlichkeit von Anschlusskommunikation – in der Kunst gar nicht selten. Dass im konkreten Fall dann auf Plausibilität rekuriert wird, ist sicher kein Zufall – aber kontingent (und kann damit, theoretisch, als Zufall behandelt werden): es hätten auch Suppendosen oder Sanitärinstallationen sein können. Insofern kann unterm Strich von Mindestanforderungen für eine Plausibilisierung in Kunst-Diskursen kaum die Rede sein: entweder ist etwas Kunst (notwendige und wohl auch hinreichende Bedingung dafür: es wird ALS KUNST wahrgenommen) und damit gegenüber Plausibilität indifferent (oder wahlweise sogar: abgeneigt bzw. Plausibilität negierend); oder aber es wird nach wissenschaftlichem Maßstab ÜBER KUNST gesprochen – dann gelten die altbekannten Mindestanforderungen der Wissenschaft (hier dann wohl: Kunsttheorie, -geschichte, -wissenschaft, Medientheorie und Art-Verwandtes).

May 13, 2011
Latent.de said...
Mir zwar etwas zu systemtheoretisch, aber damit stimme ich überein.

Was ich mich schon lange frage: Entsteht Kunst (erst?) in dem Moment, in dem sie als Kunst wahrgenommen wird?

May 13, 2011
Sebastian said...
„Was ich mich schon lange frage: Entsteht Kunst (erst?) in dem Moment, in dem sie als Kunst wahrgenommen wird?“

Ohne allzu absolut klingen zu wollen: Ja. Schließlich handelt es sich um Kommunikation.
(Oder anders: Wie klingt es in einem Wald, wenn ein Baum umfällt, und keiner da ist, um es zu hören? Oder noch anders: Mal „Duchamp Fountain“ in Googles Bildersuche eingegeben?)

May 13, 2011
Latent.de said...
Zu der Antwort würde ich natürlich auch tendieren, auch ohne den Kommunikationsbegriff von Onkel Niklas bemühen zu wollen. Aber wenn die schon erwähnten Aliens eines ihrer Kunstwerke über dem Death Valley abwerfen und keiner kriegt's mit: Ist es dann kein Kunstwerk? Oder wenn ich eins mache, im Boden vergrabe, niemandem was erzähle und sterbe: Wird es erst dann wieder eins, wenn es jemand ausgräbt und sagt: "Oha, das ist ja Kunst!"?

Ganz wohl ist mir mit der Ausklammerung der Intentionen eben doch nicht, aber das hab ich ja schon woanders mal geschrieben...;-)

May 13, 2011
autopoiet said...
„Aber wenn die schon erwähnten Aliens eines ihrer Kunstwerke über dem Death Valley abwerfen und keiner kriegt's mit: Ist es dann kein Kunstwerk? Oder wenn ich eins mache, im Boden vergrabe, niemandem was erzähle und sterbe: Wird es erst dann wieder eins, wenn es jemand ausgräbt und sagt: "Oha, das ist ja Kunst!"?“

Es wäre m.E. irrelevant, weil beide Kunstwerke keinen bemerkbaren Unterschied machen würden – für Dich und die Aliens vielleicht; und es ließen sich Situationen (er)finden, die das Kunstwerk als relevanten Unterschied einführen (man beginnt darüber zu sprechen: die Aliens ereifern sich auf ihrem Heimatplaneten so sehr über das irdische Kunstignorantentum, dass sie die Vernichtung der Erde planen und anschließend umsetzen… aber ich schweife ab. Dein ausgegrabenes Kunstwerk erfüllt den gleichen Zweck – sogar, und das ist mein eigentlicher Punkt, wenn Du's nie als Kunstwerk geplant hast). Die Intentionen – das ist alteuropäisches Masterplan-Denken. Und ontologisierend noch dazu („ist“ es dann kein Kunstwerk?) Wir täten gut daran, ihm weniger Bedeutung beizumessen…

May 14, 2011
Latent.de said...
Ok, daß ein nicht als solches geplantes Kunstwerk eines werden kann - sogar auch ohne ready-made-isierungsakt - ist einleuchtend; auch umgekehrt (passiert wahrscheinlich viel öfter...). Aber ich glaube nicht, daß man bei allen Fällen die Intentionen ignorieren kann. Dennoch, ja, etwas weniger Bedeutung kann schon mal ganz gut tun, und sei es nur, um die Kunst- & Künstleranbetung ein bißchen zurückzustutzen.
May 14, 2011
autopoiet said...
„Dennoch, ja, etwas weniger Bedeutung kann schon mal ganz gut tun, und sei es nur, um die Kunst- & Künstleranbetung ein bißchen zurückzustutzen.“

Gilt ebenso, das bliebe wohl noch zu ergänzen, für Politik- & Politikeranbetung, für Wirtschaft- und Manageranbetung, etc. pp. – und nicht zuletzt für Wissenschafts- Und Wissenschaftleranbetung (gerade weil letztere sich so häufig im blinden Fleck solcher Überlegungen befinden). Ganz generell: eine „Zurückstutzung“ (s.o.) der großen europäischen Erzählungen mit ihrem intentional-ereignishaft zurechnendem Heroismus zugunsten eines prozesshaft-postheroischen Denkens der Bescheidenheit (das dabei die Errungenschaften Alteuropas nicht vergisst – auch wenn's nach „Wort zum Sonntag“ klingt, soll es sich hier ja nicht um einen Loblied zweiwertiger entweder/oder-Dichotomie handeln…). Soweit.

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